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Herzlichst, Ihr
Josef Miller

München. Eine Delegation der Allgäuer Gemeinde Bad Hindelang hat das neue Buch „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ in der Bayerischen Staatskanzlei an Staatsministerin Michaela Kaniber und Staatsminister Eric Beißwenger übergeben. Im Gespräch mit den beiden Staatsministern stand außerdem die Zukunft der Bergland- und Alpwirtschaft im Mittelpunkt.
Das Buch entstand anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Anerkennung der hochalpinen Allgäuer Alpwirtschaftskultur als Immaterielles Kulturerbe durch die Deutsche UNESCO-Kommission. Es dokumentiert die Geschichte und heutige Bedeutung der Bergland- und Alpwirtschaft und zeigt mit dem Ökomodell Hindelang beispielhaft auf, wie Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus seit Jahrzehnten erfolgreich miteinander verbunden werden.
Josef Miller, der unter den 22 Autoren und Autorinnen des Buches ist, begleitete die Delegation. Der ehemalige Bayerische Landwirtschaftsminister hatte das beeindruckende Werk bereits in den vergangenen Wochen in zahlreichen Gemeinden und Städten vorgestellt. In Memmingen übergab Miller an Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Gabriele Neun, Vorsitzende der Sektion Memmingen des Deutschen Alpenvereins, druckfrische Exemplare. Der DAV zählt in Memmingen zu den mitgliederstärksten Vereinen mit enger Verbindung zur Allgäuer Bergwelt.
Mit Josef Miller reiste weitere Prominenz aus verschiedenen Bereichen mit in die Staatskanzlei, darunter der bekannte Verleger Martin Kluger (context verlag Augsburg / Nürnberg), der Bergbauern- und Vertragsnaturschutzexperte Gerhard Gehring vom Landratsamt Oberallgäu sowie Fotograf Wolfgang B. Kleiner.
Initiiert und auf den Weg gebracht wurde das Buch noch unter der Verantwortung der Bad Hindelanger Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel, die damit einen wichtigen Impuls zur Dokumentation und Würdigung der hochalpinen Allgäuer Alpwirtschaftskultur setzte. Mit großem persönlichem Engagement begleitete darüber hinaus Verleger Martin Kluger die Entstehung des Werkes und trug entscheidend dazu bei, die Geschichte und Zukunft der hochalpinen Allgäuer Alpwirtschaft in einer wissenschaftlich fundierten und zugleich eindrucksvoll gestalteten Publikation festzuhalten.
Neben der jahrhundertealten Geschichte der Alpwirtschaft im bayerischen Alpenraum beleuchtet das Buch auch ihre heutige Bedeutung und zeigt anhand konkreter Beispiele auf, wie eine nachhaltige Berglandwirtschaft erfolgreich gelebt werden kann.
Bildunterschrift:
Eine Delegation der Allgäuer Marktgemeinde Bad Hindelang hat das neue Buch „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ in der Bayerischen Staatskanzlei an Staatsministerin Michaela Kaniber und Staatsminister Eric Beißwenger übergeben. Das Bild zeigt (von links) den Bad Hindelanger Bürgermeister Tobias Keuschnig, den ehemaligen Bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller, Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, Bayerns Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, Eric Beißwenger, Verleger Martin Kluger (context verlag Augsburg/Nürnberg) sowie Fotograf Wolfgang B. Kleiner. Foto: Bayerische Staatskanzlei
Der Memminger Ehrenbürger stellte das Buch „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang“ im Memminger Rathaus vor und überreichte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Gabriele Neun, Vorsitzende der Sektion Memmingen des Deutschen Alpenvereins, druckfrische Exemplare. Der DAV zählt in Memmingen zu den mitgliederstärksten Vereinen mit enger Verbindung zur Allgäuer Bergwelt.
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher würdigte die Beiträge der neuen Publikation, die die Alpwirtschaft aus dem Blickwinkel ganz unterschiedlicher Fachgebiete der jeweiligen Autoren betrachte. Das Themenspektrum des Buches reicht vom Anfang der Alpwirtschaft über das Allgäuer Braunvieh und die Direktvermarktung bis hin zu Fragen der Klimaerwärmung und der Rückkehr des Wolfs.
Josef Miller war rund 20 Jahre im Bayerischen Landwirtschaftsministerium tätig, davon drei als Staatssekretär (1990-1993) und zehn als Staatsminister (1998-2008), eine Zeit, in der er politische Verantwortung auch für die Allgäuer Bergwelt trug. „Die Bergregionen können aufgrund der erschwerten Erzeugungsbedingungen und geringen Erträgen im Wettbewerb mit Gunstlagen nicht bestehen. Sie müssen ohne verlässliche staatliche Förderung ihre Höfe auf Dauer aufgeben“, erklärte der Staatsminister a.D. im Rathaus.
„Es besteht aber unbestritten ein enger Zusammenhang zwischen Alpwirtschaft und Artenvielfalt. Wenn man die Alpen nicht mehr nutzt, so wie es einige Naturschützer für gut finden, wachsen die Weideflächen zu und die Artenvielfalt verschwindet. Negative Beispiele gibt es in Kroatien und Spanien. Die Bergbauern mit ihren Tieren sind als Einzige in der Lage, dies zu verhindern. Ohne sie geht es nicht“, betonte Josef Miller. Josef Millers Rede lesen„Die Alpwirtschaft ist eine Win-Win-Situation“, erklärte Gabriele Neun, die auch Mitglied im Klimabeirat des DAV ist. „Hier im alpinen Bereich ist die Flächenbewirtschaftung notwendig und gewollt, um eine Verbuschung zu vermeiden bzw. das Offenhalten der Flächen zu ermöglichen und damit die Biodiversität zu fördern. Eine Übernutzung der Flächen ist dagegen kaum möglich.“
Bildunterschrift:
Das Bild entstand bei der Buchvorstellung und zeigt von links: Staatsminister a.D. Josef Miller, Gabriele Neun, Vorsitzende des DAV, Sektion Memmingen und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher.
Foto: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen
Der Staatsminister a.D. erinnerte auch an die Anfänge des Biodiesels und seinen damaligen Einsatz für dessen Steuerfreiheit. Biokraftstoffe könnten einen Beitrag zur Verringerung fossiler CO?-Emissionen leisten und gleichzeitig zusätzliche Perspektiven für die Landwirtschaft eröffnen. Mit Blick auf künftige Lösungen forderte Miller: „Bayern muss die besten Lösungen haben.“
Im Anschluss nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zur Diskussion und zum fachlichen Austausch über die angesprochenen Themen.
Zum Erinnerungsfoto trafen sich (von links): Dr. Ingrid Fickler (Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt im CSU-Kreisverband Memmingen und ehemalige Landtagsabgeordnete), Dr. Edgar Remmele (Abteilungsleiter im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing), Jörg Kienle (Vorsitzender des Arbeitskreises Landwirtschaft), Georg Johann Brand (Bezirksvorsitzender des Arbeitskreises Landwirtschaft) und Josef Miller (ehemaliger bayerischer Landwirtschaftsminister). Foto: privat
Als Schirmherr kehrte der frühere bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller dabei an einen für ihn ganz besonderen Ort zurück. „Das ist meine Heimat. Ich bin ein Oberschöneberger und ein eingefleischter Schwabe“, sagte Miller, der im Ort geboren wurde, auf dem elterlichen Hof aufwuchs und dort seine Jugend verbrachte. In seiner langen politischen Laufbahn habe er auf vielen großen und kleinen Festen gesprochen. „Aber mit Abstand das schönste aller Feste ist hier und heute für mich in meiner Heimatgemeinde Oberschöneberg.“ Josef Millers Rede lesen
Große Anerkennung zollte Miller den Mitgliedern und Helfern der beiden Vereine, die das Fest gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Gerade darin sah der ehemalige Minister ein Beispiel dafür, wie Ehrenamt auch künftig funktionieren könne. „Anstelle von Ich brauchen wir mehr Miteinander“, appellierte er. Verantwortung, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement seien Werte, die gerade im ländlichen Raum unverzichtbar blieben.
Die Arbeit der Feuerwehr bezeichnete Miller als „lebensnotwendig und unersetzbar“. Die Reischenau-Schützen wiederum seien ein wichtiger Anker im gesellschaftlichen Leben und verbänden Tradition und Sport, Jung und Alt sowie Wettkampf und Geselligkeit. Moderne Angebote wie elektronische Ergebnisauswertung und Lichtschießen zeigten zugleich, dass Traditionspflege und Fortschritt keine Gegensätze sein müssten.
Mit Blick auf die Zukunft der Vereine brachte Miller seine Botschaft auf eine kurze Formel: „Wir brauchen beides: Hightech und Heimat.“ Beides zeichne Bayern aus – ebenso wie die große Zahl der Menschen, die sich ehrenamtlich für andere engagierten.
Bildunterschrift:
Doppeljubiläum in Oberschöneberg: 135 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 130 Jahre Reischenau-Schützen feierte der Ort mit einem großen Festwochenende. Beim Anstich des Festbieres (von links): Josef Miller (Schirmherr und ehemaliger Bayerischer Landwirtschaftsminister), Hubert Bentele (Vorsitzender des Feuerwehrvereins Oberschöneberg), Simone Deffner (Vorsitzende der Reischenau-Schützen Oberschöneberg) und Ulrich Fahrner (Bürgermeister der Marktgemeinde Dinkelscherben, zu der Oberschöneberg gehört). Foto: privat
Im Rahmen des Gipfels wurde Dr. Theo Waigel mit dem Freiheitspreis der Medien ausgezeichnet. Große Anerkennung erhielt er für seine Rede, in der er für Zusammenhalt, wirtschaftliche Vernunft und die Stärkung Europas warb.
Theo Waigels ganze Rede lesen
Dr. Theo Waigel (87) war von 1989 bis 1998 Bundesminister der Finanzen sowie von 1988 bis 1999 Vorsitzender der CSU. Seit 2009 ist er Ehrenvorsitzender der CSU.
Josef Miller (CSU/78) war von 1998 bis 2008 bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1998–2001) beziehungsweise Landwirtschaft und Forsten (ab 2001).
Bildunterschrift:
Unser Foto entstand beim 80. Geburtstag von Dr. Theo Waigel, der seinerzeit in Ursberg gefeiert wurde. Das Bild zeigt (von links): Dr. Theo Waigel, die langjährige Generaloberin von Ursberg, Evangelista Höfer, Waigels Ehefrau Irene-Epple-Waigel sowie den Staatsminister a.D., Josef Miller. Archiv-Foto: privat










