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Presseberichte
09.07.2011, 13:31 Uhr
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Wenn Erzieher bis fast an die Selbstaufgabe gehen
Ganztagesbetreuung wird immer wichtiger, weiß die Politik. Der Kreisjugendring kritisiert die derzeitigen Rahmenbedingungen (Von Johann Stoll, Augsburger Allgemeine, 09. Juli 2011)
Mindelheim. Eine gute Schulbildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft. Zugleich werden Familien immer zerbrechlicher. Betreuung bis in den späten Nachmittag hinein ist für viele Kinder im Unterallgäu längst keine Ausnahme mehr. Kaum eine Mittelschule, kaum eine Realschule, Grundschule und Gymnasium, das Kinder nicht über die Mittagszeit hinaus begleiten würde. Alles also in schönster Ordnung im Unterallgäu?

Ein Drittel der Mindelheimer Mittelschüler sucht um Hilfe nach.

Immer mehr Kinder wachsen nur mit einem Elternteil auf. Immer mehr Väter und Mütter arbeiten beide und haben nachmittags keine Zeit für ihre Kinder. Hinzu kommen Kinder aus anderen Kulturen, die deutsch nur unzureichend verstehen. Der Kreisjugendring Unterallgäu hilft den Schulen seit 16 Jahren, den Kindern nachmittags ein attraktives Angebot anbieten zu können. Da wird gemeinsam gespielt, werden aber auch die Hausaufgaben betreut.

Mehr und mehr Eltern fragen nach Angeboten nach. An der Mindelheimer Mittelschule sind es bereits ein Viertel der Kinder, die auch nachmittags freiwillig die Schule besuchen. Im neuen Schuljahr werden es wohl ein Drittel werden, sagte Schulleiterin Ute Wolfram. Die Politik stellt sich auf die Realitäten ein. Der Freistaat Bayern ist dabei, die Nachmittagsangebote an Schulen deutlich aufzustocken.

Dass dies unter den derzeitigen Umständen ein eher schwieriges Unterfangen ist, wurde auf einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des Kreisjugendringes Unterallgäu in Mindelheim deutlich. Sozialarbeiterinnen, Schulleiter und Vertreter der Verwaltungen zogen einerseits zwar ein sehr positives Fazit von der Arbeit. Vielen Kindern könne mit einer offenen Ganztagesbetreuung entscheidend geholfen werden, damit diese ihr Schulziel erreichen können.

Allerdings betonte Susanne Weinreich vom Kreisjugendring im Namen der Mitarbeiterinnen, dass die Belastung für sie und ihre Kolleginnen immens angestiegen sei. Vorbereitungsstunden würden nicht mehr anerkannt mit der Folge, dass sich die Frauen teils in ihrer Freizeit um die Kinder kümmern. Viele Eltern wollten mit den Betreuern sprechen – auch das geben die bezahlten Arbeitszeiten nicht her. „Wenn sich das nicht ändert, höre ich auf. Dann bin ich kein Pädagoge mehr, sondern Wärter“, formulierte Weinreich nachdrücklich.

Weinreich berichtete, mit wie viel Herzblut sich die Erzieherinnen um ihre ihnen anvertrauten Kinder kümmerten. Das bestätigten auch die drei Jugendlichen Vinzenz Eberle, Anja Heinzelmann und Johannes Fickel, die extra gekommen waren. Alle drei sagten, dass ihnen erst die Nachmittagsbetreuung ermöglicht habe, einen guten Schulabschluss zu schaffen.

Der Geschäftsführer des Kreisjugendringes, Hans-Reinhard Jungbluth sagte, es sei sehr schwierig, Fachkräfte für nur ein paar Stunden am Tag zu finden. Verschärft hat sich die Lage, weil der Zivildienst abgeschafft wurde. Hinzu kommt die relativ schlechte Bezahlung für Erzieher. 10,50 bis 11,30 Euro pro Stunde würden netto bezahlt. Jungbluth fürchtet, dass Fachkräfte sich eine andere Arbeit suchen werden. Dass seit 2009 einiges im Argen liegt, betonte der Vorsitzende des Kreisjugendringes Unterallgäu, Markus Grauer. Davor hätten Gemeinden und Landkreis die Kosten übernommen. Seither gilt für Hauptschulen je Gruppe ein Jahressatz von 26 500 Euro, den im Wesentlichen vom Freistaat kommt. 5000 Euro davon bezahlen die Schulverbände.

Dieser Betrag ist seit zwei Jahren unverändert. Das zu knappe Geld ist es aber nicht allein. Der Kirchheimer Rektor Anton Sonntag forderte die Politik auf, weniger strikte Vorgaben zu machen. Das Geld sollte am besten an die Schulen gehen, damit diese die Nachmittagsbetreuung selbst organisieren könnten. Derzeit sind je Gruppe zwei Fachkräfte vorgeschrieben.

Josef Miller schlägt Aussprache im Landtag vor

Als nicht vermittelbar schilderte Sonntag, dass Eltern von Hauptschülern für die offene Ganztagesschule nichts bezahlen müssten, Eltern von Grundschülern allerdings schon.

Gekommen waren Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien, unter ihnen der frühere Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) aus Memmingen. Miller nahm das Gehörte sehr ernst. Er schlug vor, einer kleinen Delegation aus Schulleitern und Vertretern des Kreisjugendringes einen Gesprächstermin im Landtag zu besorgen. Zwar könne der Staat nicht für alles aufkommen. In die Bildung investiere der Freistaat allerdings massiv. Miller ist überzeugt, dass es noch mehr solcher Angebote für Kinder wird geben müssen.
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