Presseberichte
11.01.2010, 13:43 Uhr
Bahnausbau im Allgäu stand auf der Kippe
Der Memminger Landtagsabgeordnete Josef Miller (CSU) spricht von „der Zukunftschance für das Allgäu schlechthin“. Der frühere Landwirtschaftsminister meint damit die Elektrifizierung und den Neigetechnikausbau der Bahnlinie München-Memmingen-Lindau.
Für die Ertüchtigung der Strecke wurden insgesamt 205 Millionen Euro veranschlagt. Doch in den letzten Wochen stand das Projekt auf der Kippe, weil die Kosten wohl höher liegen als ursprünglich eingeplant. Jetzt - nach harten Nachverhandlungen der Bahn AG mit Bund und Freistaat - sieht es danach aus, dass alles beim Alten bleibt und die vereinbarte Modernisierung auch in die Tat umgesetzt wird.
„Es gab in den letzten Wochen intensive Gespräche mit der politischen Seite in der Frage der Kosten“, bestätigte am Montag ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Ob sich Finanzierungsanteile der einzelnen Verhandlungspartner verschoben oder erhöht haben, wollte der Sprecher nicht sagen.
Er sei aber guter Dinge, dass Probleme gelöst worden seien. „In Kürze“ will der Vorstand der Deutschen Bahn AG grünes Licht für das Verkehrsprojekt geben. Nach Informationen unserer Zeitung geschieht dies am Mittwoch.
Eile ist inzwischen auch geboten. Denn die Schweiz, die ebenfalls Interesse an einer dann für Züge schnelleren Strecke hat, sicherte 75 Millionen Franken (rund 50 Millionen Euro) zur Vorfinanzierung zu - und das für ein Projekt außerhalb des Schweizer Staatsgebietes. Allerdings ist diese Großzügigkeit befristet: Mit den Baumaßnahmen muss noch in diesem Jahr begonnen werden, lautet eine der Bedingungen.
Bayern selbst finanziert mit 50 Millionen Euro ebenfalls die Elektrifizierung von Geltendorf bis Lindau und Neigetechnik vor - das ist laut Miller derzeit die einzige Strecke, die der Freistaat mitbezahlt. Der Bund, der etwa die Hälfte der Kosten trägt, ist eigentlich dafür zuständig.
Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) hat Bahnchef Rüdiger Grube bei seinem letzten Zusammentreffen darauf hingewiesen, wie dringlich es ist, dass die Bahn AG die geschlossenen Vereinbarungen erfüllt. Inzwischen ist das Verkehrsministerium „zuversichtlich, dass dies geschehen wird“.
Der Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Schwaben, Peter Stöferle, streicht die Vorteile einer zeitgemäßen Schienenverbindung heraus: Die Fahrtzeit München-Zürich verkürze sich um eine Stunde auf drei Stunden und 15 Minuten. Der im Bau befindliche Gotthard-Tunnel erleichtere zusammen mit der Bahnlinie durchs Allgäu den Weg nach Norditalien. Güterverkehrszentren wie das bereits existierende bei Ulm könnten entsprechend angebunden werden.
„Mit dem Ausbau der A 8, und der Bahnlinie Stuttgart-Ulm-Augsburg ist diese Bahnelektrifizierung das wichtigste Verkehrsvorhaben für unsere Region“, sagt Stöferle.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Bahnausbau-im-Allgaeu-stand-auf-der-Kippe-_arid,2042671_regid,2_puid,2_pageid,4289.html
„Es gab in den letzten Wochen intensive Gespräche mit der politischen Seite in der Frage der Kosten“, bestätigte am Montag ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Ob sich Finanzierungsanteile der einzelnen Verhandlungspartner verschoben oder erhöht haben, wollte der Sprecher nicht sagen.
Er sei aber guter Dinge, dass Probleme gelöst worden seien. „In Kürze“ will der Vorstand der Deutschen Bahn AG grünes Licht für das Verkehrsprojekt geben. Nach Informationen unserer Zeitung geschieht dies am Mittwoch.
Eile ist inzwischen auch geboten. Denn die Schweiz, die ebenfalls Interesse an einer dann für Züge schnelleren Strecke hat, sicherte 75 Millionen Franken (rund 50 Millionen Euro) zur Vorfinanzierung zu - und das für ein Projekt außerhalb des Schweizer Staatsgebietes. Allerdings ist diese Großzügigkeit befristet: Mit den Baumaßnahmen muss noch in diesem Jahr begonnen werden, lautet eine der Bedingungen.
Bayern selbst finanziert mit 50 Millionen Euro ebenfalls die Elektrifizierung von Geltendorf bis Lindau und Neigetechnik vor - das ist laut Miller derzeit die einzige Strecke, die der Freistaat mitbezahlt. Der Bund, der etwa die Hälfte der Kosten trägt, ist eigentlich dafür zuständig.
Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) hat Bahnchef Rüdiger Grube bei seinem letzten Zusammentreffen darauf hingewiesen, wie dringlich es ist, dass die Bahn AG die geschlossenen Vereinbarungen erfüllt. Inzwischen ist das Verkehrsministerium „zuversichtlich, dass dies geschehen wird“.
Der Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Schwaben, Peter Stöferle, streicht die Vorteile einer zeitgemäßen Schienenverbindung heraus: Die Fahrtzeit München-Zürich verkürze sich um eine Stunde auf drei Stunden und 15 Minuten. Der im Bau befindliche Gotthard-Tunnel erleichtere zusammen mit der Bahnlinie durchs Allgäu den Weg nach Norditalien. Güterverkehrszentren wie das bereits existierende bei Ulm könnten entsprechend angebunden werden.
„Mit dem Ausbau der A 8, und der Bahnlinie Stuttgart-Ulm-Augsburg ist diese Bahnelektrifizierung das wichtigste Verkehrsvorhaben für unsere Region“, sagt Stöferle.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Bahnausbau-im-Allgaeu-stand-auf-der-Kippe-_arid,2042671_regid,2_puid,2_pageid,4289.html
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