Presseberichte
19.01.2008, 13:51 Uhr
Die Region schraubt sich zum Wissenschaftsstandort in die Höhe
Fraunhofer. Wie in Schwaben mit immer größerem Erfolg versucht wird, Forschungsinstitute nach Augsburg zu holen, und welche Rolle Landwirtschaftsminister Josef Miller dabei spielt
Augsburg. In der Politik kommt es manchmal auf Minuten an. Man muss schnell reagieren, sonst ist der Sack zugemacht und eine Region geht bei der Verteilung von Geldern leer aus. CSU-Landwirtschaftsminister Josef Miller hat bei einer Sitzung des bayerischen Kabinetts prompt gehandelt, als er bemerkte, dass Schwaben bei dem Projekt der Staatsregierung, die anwenderorientierte Forschung zu stärken, nicht ausdrücklich erwähnt wurde.
Augsburg. In der Politik kommt es manchmal auf Minuten an. Man muss schnell reagieren, sonst ist der Sack zugemacht und eine Region geht bei der Verteilung von Geldern leer aus. CSU-Landwirtschaftsminister Josef Miller hat bei einer Sitzung des bayerischen Kabinetts prompt gehandelt, als er bemerkte, dass Schwaben bei dem Projekt der Staatsregierung, die anwenderorientierte Forschung zu stärken, nicht ausdrücklich erwähnt wurde.
Nach Informationen unserer Zeitung wäre die Region weiter ein Niemandsland auf der Deutschland-Karte bedeutender außeruniversitärer Forschungseinrichtungen geblieben. In dem überraschenden Punkt der Kabinettssitzung ging es um 100 Millionen Euro, die zur Stärkung der anwenderorientierten Forschung in Bayern zur Verfügung stehen. Miller setzte sich noch während der Gesprächsrunde mit den Verantwortlichen in der Region in Verbindung und konnte zügig zwei Konzepte für die Einrichtung von Forschungsgruppen der Fraunhofer-Gesellschaft in Augsburg präsentieren. Hinter den Kulissen heißt es, dem beherzten Eingreifen des Memminger Abgeordneten sei es zu verdanken, dass Schwaben doch noch Gelder aus dem Sack bekommen hat.
Miller, Sprecher der schwäbischen CSU-Landtagsabgeordneten, bestätigte am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, dass er sich bei dieser Sitzung für Augsburg ins Zeug gelegt hat. Damit ist es auch seinem Engagement zu verdanken, dass die Chancen für zwei Fraunhofer-Institute in Augsburg immer höher sind. Die Fraunhofer-Gesellschaft werde, so ist zu erfahren, bis Ende Januar dem bayerischen Wirtschaftsministerium brieflich mitteilen, dass sie zur Einrichtung von zwei Forschergruppen in Augsburg bereit ist. Diese Wissenschaftler-Runden leisten je fünf Jahre Projektarbeit vor Ort, in dem sie vor allem mit der Industrie zusammenarbeiten. Nach dieser Phase wird meist ein Institut gegründet.
Wie in Wirtschaftskreisen zu hören ist, hat die Staatsregierung bisher den Forschergruppen je 3,5 Millionen Euro eingeräumt. Für das vorgesehene Mechatronik-Vorhaben würde dies Summe zunächst ausreichen, meinen Experten. Mechatronik (Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Informatik) ist eine der großen Stärken des Maschinenbau-Standorts Schwabens. Ein derartiges neues Fraunhofer-Haus würde am bereits in Augsburg bestehenden Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften der TU München angedockt. Im Fall des zweiten Fraunhofer-Themas, der Faserverbundtechnologie, bestehe höherer Finanzbedarf. Anders als bei der Mechatronik kann man nicht auf vorhandene Räume und Betriebsmittel zurückgreifen. Deswegen seien weitere 5,5 Millionen Euro erforderlich, um Fraunhofer-Leute in die Region zu locken. Bayerns CSU-Landtag-Fraktionschef Georg Schmid bleibt hoffnungsvoll: „Die Fraunhofer-Institute müssen kommen. Am Geld soll es nicht scheitern.“ Die Faserverbundtechnologie sei für Bayern, Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung. Ministerpräsident Günther Beckstein stehe hinter beiden Projekten.
Sogar ein drittes Institut ist möglich.
Dabei könnte noch ein drittes Institut hinzukommen. Denn auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist darauf aufmerksam geworden, dass in der Region die ganze Kette der Faserverbundtechnik vom Hersteller SGL über den Automatisierungsspezialisten Kuka bis zu Anwendern (EADS, Eurocopter, Audi) vorhanden ist. Dem Vernehmen nach müssten für ein DLR-Institut 30 Millionen aufgebracht werden, weil diese Wissenschaftler sofort richtig an den Start gehen, ohne fünf Jahre eine Forschergruppe vorzuschalten.
Quelle: Memminger Zeitung vom 19. Januar 2008
Miller, Sprecher der schwäbischen CSU-Landtagsabgeordneten, bestätigte am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, dass er sich bei dieser Sitzung für Augsburg ins Zeug gelegt hat. Damit ist es auch seinem Engagement zu verdanken, dass die Chancen für zwei Fraunhofer-Institute in Augsburg immer höher sind. Die Fraunhofer-Gesellschaft werde, so ist zu erfahren, bis Ende Januar dem bayerischen Wirtschaftsministerium brieflich mitteilen, dass sie zur Einrichtung von zwei Forschergruppen in Augsburg bereit ist. Diese Wissenschaftler-Runden leisten je fünf Jahre Projektarbeit vor Ort, in dem sie vor allem mit der Industrie zusammenarbeiten. Nach dieser Phase wird meist ein Institut gegründet.
Wie in Wirtschaftskreisen zu hören ist, hat die Staatsregierung bisher den Forschergruppen je 3,5 Millionen Euro eingeräumt. Für das vorgesehene Mechatronik-Vorhaben würde dies Summe zunächst ausreichen, meinen Experten. Mechatronik (Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Informatik) ist eine der großen Stärken des Maschinenbau-Standorts Schwabens. Ein derartiges neues Fraunhofer-Haus würde am bereits in Augsburg bestehenden Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften der TU München angedockt. Im Fall des zweiten Fraunhofer-Themas, der Faserverbundtechnologie, bestehe höherer Finanzbedarf. Anders als bei der Mechatronik kann man nicht auf vorhandene Räume und Betriebsmittel zurückgreifen. Deswegen seien weitere 5,5 Millionen Euro erforderlich, um Fraunhofer-Leute in die Region zu locken. Bayerns CSU-Landtag-Fraktionschef Georg Schmid bleibt hoffnungsvoll: „Die Fraunhofer-Institute müssen kommen. Am Geld soll es nicht scheitern.“ Die Faserverbundtechnologie sei für Bayern, Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung. Ministerpräsident Günther Beckstein stehe hinter beiden Projekten.
Sogar ein drittes Institut ist möglich.
Dabei könnte noch ein drittes Institut hinzukommen. Denn auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist darauf aufmerksam geworden, dass in der Region die ganze Kette der Faserverbundtechnik vom Hersteller SGL über den Automatisierungsspezialisten Kuka bis zu Anwendern (EADS, Eurocopter, Audi) vorhanden ist. Dem Vernehmen nach müssten für ein DLR-Institut 30 Millionen aufgebracht werden, weil diese Wissenschaftler sofort richtig an den Start gehen, ohne fünf Jahre eine Forschergruppe vorzuschalten.
Quelle: Memminger Zeitung vom 19. Januar 2008
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