Presseberichte
22.11.2006, 13:54 Uhr | von Sybille Matern
Die Mahnung zum Frieden ständig wach halten
Memmingen: Zur diesjährigen Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages hatte der Landesverband Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in die Stadthalle Memmingen eingeladen. Vorausgegangen war die Kranzniederlegung an der Kriegsgräberstätte auf dem Waldfriedhof.
von Sybille Matern - Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste aus Politik, betroffenen Organisationen und Verbänden, beiden Kirchen, der Stadt, Behörden, Polizei und Bundeswehr.
Die einleitenden Gedanken zu der Landesfeier sprach Regierungspräsident a. D. Dr. Wilhelm Weidinger, der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er bezeichnete die „einzigartige Bürgerinitiative“, mit der die Deutsche Kriegsgräberfürsorge seit 86 Jahren eine Aufgabe erfüllt, die in fast allen anderen Ländern vom Staat übernommen wurde, als der „bessere und nachhaltigere Weg, um das Gedenken und die Mahnung zum Frieden ständig wach zu halten“. Vor allem die Jugend müsse vermehrt dafür gewonnen werden, in der gemeinsamen Arbeit an den Gräbern auf Kriegsfriedhöfen die Geschichte aufzuarbeiten. Dies sei die beste „Impfung gegen einen bornierten Rechtsradikalismus“, wie er sich auch bei Jugendlichen wieder breit mache. „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“, schloss Dr. Weidinger mit einem Zitat von Albert Schweizer seine Ansprache.
Staatsminister Josef Miller, der auch an der Kranzniederlegung teilgenommen hatte, sprach im Namen des bayerischen Ministerpräsidenten dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dank und Anerkennung für sein „beispielgebendes Wirken“ aus, das „Friedensdienst im wahrsten Sinne des Wortes“ sei. Die Gründung des Volksbundes im Jahr 1919 war eine Antwort auf die Grauen des Ersten Weltkrieges, die durch „Adolf Hitler und seine Schergen“ wenige Jahrzehnte später in noch größerem, unfassbarem Maß übertroffen wurden. Mit einer tausend Kilometer langen Kolonne von Menschen in Reihen von jeweils fünfzig führte der Minister den Zuhörer anschaulich die 55 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs – Soldaten, Zivilpersonen, Flüchtlinge, ermordete Juden, Sinti, Roma, Behinderte und hingerichtete Widerstandskämpfer – vor Augen. „Trauer braucht einen Ort“, konstatierte Josef Miller und dankte dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Schaffung würdiger Gedenkstätten, die ständig gepflegt und instand gehalten werden: In über 800 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten ruhen etwa zwei Millionen Kriegstote. „Trauer braucht aber auch Wahrhaftigkeit, und Gedenken verpflichtet“, mahnte Miller. „Wir tragen die Verantwortung dafür, dass aus der Trauer, aus dem Gedenken und dem Nichtvergessen die Entschlossenheit erwächst, so etwas nie wieder geschehen zu lassen – nie wieder Krieg!“ Trotz aller Rückschläge müsse immer wieder neu an einem friedlichen Miteinander der Völker gearbeitet werden. „Versöhnung, Verständigung und Frieden erfordern Zeit und Geduld, vor allem aber Entschlossenheit.“
Zwei junge Schülerinnen und ein Schüler der Bismarckschule ließen mit einer eindrucksvollen Lesung die Gedenkfeier ausklingen, die musikalisch vom „collegium musicum memmingen“ unter Leitung von Otfried Richter umrahmt wurde.
Quelle Memminger KURIER vom 22. November 2006
Die einleitenden Gedanken zu der Landesfeier sprach Regierungspräsident a. D. Dr. Wilhelm Weidinger, der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er bezeichnete die „einzigartige Bürgerinitiative“, mit der die Deutsche Kriegsgräberfürsorge seit 86 Jahren eine Aufgabe erfüllt, die in fast allen anderen Ländern vom Staat übernommen wurde, als der „bessere und nachhaltigere Weg, um das Gedenken und die Mahnung zum Frieden ständig wach zu halten“. Vor allem die Jugend müsse vermehrt dafür gewonnen werden, in der gemeinsamen Arbeit an den Gräbern auf Kriegsfriedhöfen die Geschichte aufzuarbeiten. Dies sei die beste „Impfung gegen einen bornierten Rechtsradikalismus“, wie er sich auch bei Jugendlichen wieder breit mache. „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“, schloss Dr. Weidinger mit einem Zitat von Albert Schweizer seine Ansprache.
Staatsminister Josef Miller, der auch an der Kranzniederlegung teilgenommen hatte, sprach im Namen des bayerischen Ministerpräsidenten dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dank und Anerkennung für sein „beispielgebendes Wirken“ aus, das „Friedensdienst im wahrsten Sinne des Wortes“ sei. Die Gründung des Volksbundes im Jahr 1919 war eine Antwort auf die Grauen des Ersten Weltkrieges, die durch „Adolf Hitler und seine Schergen“ wenige Jahrzehnte später in noch größerem, unfassbarem Maß übertroffen wurden. Mit einer tausend Kilometer langen Kolonne von Menschen in Reihen von jeweils fünfzig führte der Minister den Zuhörer anschaulich die 55 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs – Soldaten, Zivilpersonen, Flüchtlinge, ermordete Juden, Sinti, Roma, Behinderte und hingerichtete Widerstandskämpfer – vor Augen. „Trauer braucht einen Ort“, konstatierte Josef Miller und dankte dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Schaffung würdiger Gedenkstätten, die ständig gepflegt und instand gehalten werden: In über 800 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten ruhen etwa zwei Millionen Kriegstote. „Trauer braucht aber auch Wahrhaftigkeit, und Gedenken verpflichtet“, mahnte Miller. „Wir tragen die Verantwortung dafür, dass aus der Trauer, aus dem Gedenken und dem Nichtvergessen die Entschlossenheit erwächst, so etwas nie wieder geschehen zu lassen – nie wieder Krieg!“ Trotz aller Rückschläge müsse immer wieder neu an einem friedlichen Miteinander der Völker gearbeitet werden. „Versöhnung, Verständigung und Frieden erfordern Zeit und Geduld, vor allem aber Entschlossenheit.“
Zwei junge Schülerinnen und ein Schüler der Bismarckschule ließen mit einer eindrucksvollen Lesung die Gedenkfeier ausklingen, die musikalisch vom „collegium musicum memmingen“ unter Leitung von Otfried Richter umrahmt wurde.
Quelle Memminger KURIER vom 22. November 2006
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