Abgeordnete Miller und Eisenreich besuchen Lindenschule in Memmingen
Memmingen (jw): Landtagsabgeordneter Josef Miller (CSU) und der schulpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und stellvertretende Vorsitzende im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags, MdL Georg Eisenreich, besuchten gemeinsam die Memminger Lindenschule um sich im Gespräch mit Schulleiter Franz M. Schneider und weiteren Lehrkräften der Schule über die allgemeine Schulsituation an Hauptschulen, insbesondere aber der Praxisklassen, Ganztagsklassen und Inklusion weiter zu informieren.
© Johannes Wiest Schulleiter Franz M. Schneider, MdL Josef Miller sowie MdL Georg Eisenreich besuchen Schüler der Lindenschule während der Mittagsbetreuung.
Lernschwache Schüler als erfolgreiche Berufseinsteiger Ein bewährter Weg sind die Praxisklassen der Lindenschule - Die Lindenschule leistete laut Schulleiter Franz M. Schneider Pionierarbeit bei der Einführung von Praxisklassen und war Vorbild für andere Schulen bei diesem Schulzweig. Das vorrangige Ziel einer Praxisklasse, die in den Jahrgängen Acht bis Zehn der Vollzeitschulpflicht angeboten wird, ist die Aufarbeitung sozialer und schulischer Defizite und eine Motivationsverbesserung lernschwacher Schüler, um zu erreichen, dass schließlich auch diese Jugendlichen durch persönliche und individuelle Förderung zu einem schulischen Abschluss und zu einem Ausbildungsverhältnis kommen. Ziel ist es, verhaltensbeeinträchtigte Schüler ein an ihren Stärken orientiertes Lern- und Praxisangebot zu unterbreiten. Daneben machen Schüler während dieser Zeit jeweils dreimal zweiwöchige Praktikas in Unternehmen um verschiedene Berufe kennenzulernen. Ein in der Theorie schwacher Schüler entwickelt oft erstaunliche Fähigkeiten in der Praxis und so kann ein lernschwacher Jugendlicher später zu einem begeisterten Facharbeiter heranreifen. Das Echo aus der Wirtschaft über die Förderhilfen bei Jugendlichen im Zuge einer immer bedrohlicher werden Facharbeiterflaute ist ebenfalls positiv. "Doch nichts geschieht unter Zwang, der Jugendliche muss aus freien Stücken bereit sein diese Praxisklassen anzunehmen", so Schulleiter Schneider. Die Zusammenarbeit von Schule und Unternehmen und eine individuelle Förderung mündet nicht selten in der Anbahnung eines Ausbildungsverhältnisses nach Beendigung der Maßnahme. Kein Schüler verlässt nach Absolvierung der Praxisklasse die Schule ohne einen Abschluss. Mit solch frühzeitigen und individuellen Maßnahmen, auch als Mittel gegen drohende Jugendarbeitslosikeit gedacht, leisten die Praxisklassen der Schulen einen beträchtlichen Beitrag zur Prävention. Unterstützt werden sie hier auch von außerschulischen Fachkräften. Die Aufgaben der Schulen nähmen ständig zu so dass auch die Ausstattung laufend intensiviert werden müsse, sagte Schulleiter Schneider in einem anschließenden Pressegespräch. Der schulpolitische Sprecher Eisenreich betonte die Wichtigkeit des Dialoges mit den Pädagogen vor Ort um aus der Praxis bei Bedarf die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Dass es gelingt schwierige Schüler aufzufangen, zu fördern und schließlich zur Berufsreife zu bringen,sei von großer Bedeutung. Josef Miller ergänzte diese Aussage mit der Feststellung: "Unser Ziel ist es, jeden Schüler entsprechend seiner Begabung und seinen Fähigkeiten zu fördern und für die Berufsausbildung vorzubereiten. Mit den heutigen Möglichkeiten kann ein Jugendlicher mit Mittelschule und Berufsschule auch den Meistertitel erwerben und mit einem entsprechendem Abschluss sogar an den Hochschulen studieren“.
Text: Johannes Wiest