Presseberichte
07.02.2012, 13:28 Uhr | Sie lernen gemeinsam und voneinander
Besuch von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler an der Notkerschule in Memmingen
Kooperation Staatssekretär besucht Klassen für behinderte und nicht behinderte Schüler
Sie lernen gemeinsam und voneinander - "Welche Eltern schicken ihr nicht behindertes Kind freiwillig auf eine Sonderschule?" Rektor Manfred Malcher von der Memminger Notkerschule stellt die Frage absichtlich provokant. Die Antwort fällt zu seinen Gunsten aus: Mehr Mütter und Väter, als die Kapazitäten hergeben, wollen ihr Kind in den Kooperationsklassen der Notkerschule unterrichtet sehen - also in Klassen, in denen beispielsweise Schüler mit Down-Syndrom oder Autismus neben nicht behinderten Kinder sitzen und gemeinsam und voneinander lernen.
Das Profitieren vom anderen macht die Klassen laut Malcher so beliebt und erfolgreich. Die Buben und Mädchen hat gestern Kultusstaatssekretär Bernd Sibler auf Einladung von Landtagsabgeordnetem Josef Miller besucht. Die Kooperation der Notkerschule mit der Elsbethenschule läuft im elften Jahr. Die Kinder machen gemeinsam Sport und Musik, malen und basteln zusammen. Aber in den Mathematik- und Deutschstunden sind behinderte und nicht behinderte Schüler weitgehend getrennt.
Lehrerin warnt
„Es gibt Eltern, die wollen noch mehr gemeinsamen Unterricht“, sagt Lehrerin Sabine Herrmann, warnt aber: „Dann rauscht manches über die Köpfe derer hinweg, die erhöhten Förderbedarf haben.“ Oder die anderen langweilten sich und verlören wertvolle Unterrichtszeit, wenn sich ihre Mitschüler vom Unterricht im Ruheraum erholten oder zwischendurch gewickelt werden müssten.
„Jedes Kind muss individuell im Mittelpunkt stehen“, fordert Miller. Und jedes Kind brauche Erfolgserlebnisse, weiß der Vater eines behinderten Buben, Harald Steinkühler. Deswegen sei nicht immer geeignet, was oft bei der Debatte um mehr Inklusion gefordert werde: dass behinderte Kinder Regelschulen besuchen. Denn die Quintessenz seien oft Überforderung und Frust.
Sibler rät beim Thema Inklusion zu mehr Gelassenheit: „Man redet ständig über Strukturen, aber das Entscheidende sind die Lehrer und Schüler.“
Quelle: Memminger Zeitung vom 07. Februar 2012, Text evh.
Das Profitieren vom anderen macht die Klassen laut Malcher so beliebt und erfolgreich. Die Buben und Mädchen hat gestern Kultusstaatssekretär Bernd Sibler auf Einladung von Landtagsabgeordnetem Josef Miller besucht. Die Kooperation der Notkerschule mit der Elsbethenschule läuft im elften Jahr. Die Kinder machen gemeinsam Sport und Musik, malen und basteln zusammen. Aber in den Mathematik- und Deutschstunden sind behinderte und nicht behinderte Schüler weitgehend getrennt.
Lehrerin warnt
„Es gibt Eltern, die wollen noch mehr gemeinsamen Unterricht“, sagt Lehrerin Sabine Herrmann, warnt aber: „Dann rauscht manches über die Köpfe derer hinweg, die erhöhten Förderbedarf haben.“ Oder die anderen langweilten sich und verlören wertvolle Unterrichtszeit, wenn sich ihre Mitschüler vom Unterricht im Ruheraum erholten oder zwischendurch gewickelt werden müssten.
„Jedes Kind muss individuell im Mittelpunkt stehen“, fordert Miller. Und jedes Kind brauche Erfolgserlebnisse, weiß der Vater eines behinderten Buben, Harald Steinkühler. Deswegen sei nicht immer geeignet, was oft bei der Debatte um mehr Inklusion gefordert werde: dass behinderte Kinder Regelschulen besuchen. Denn die Quintessenz seien oft Überforderung und Frust.
Sibler rät beim Thema Inklusion zu mehr Gelassenheit: „Man redet ständig über Strukturen, aber das Entscheidende sind die Lehrer und Schüler.“
Quelle: Memminger Zeitung vom 07. Februar 2012, Text evh.
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